ADFC Horb - Presse

Die Radler organisieren sich - Schwarzwälder-Bote Oktober 1997

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Verkehrspolitische Einflußnahme und Förderung des Radtourismus / ADFC wurde gegründet

HORB (man). Anwalt der Alltagsradler, Partner im Urlaub und Ratgeber rund ums Rad: So sieht sich der ADFC, dem am Dienstag im "Greifen" eine Ortsgruppe gegründet hat. Durch gezielte Aktionen möchten die Radler auf die Verkehrsplanung Einfluß nehmen und so auch den Tourismus - im speziellen den Radtourismus - in der Region ankurbeln. Dabei sehen sie die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen Organisationen und Parteien als wichtigen Punkt.

Oberbürgermeister Michael Theurer, der auch anwesend war, begrüßte die Initiative von Barbara Gruehl - Kipke und Marga Hug, eine ADFC - (allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) Ortsgruppe zu gründen. Er zog den Vergleich mit den Horber Schienentagen, die schon viel bewegt hätten. Die Frage sei nicht Auto oder Rad, sondern ein gemeinsames Mobilitätskonzept. Er schlug den Radlern vor, eine Art Städte - Check zu machen, um in konstruktiver Zusammenarbeit ein Gesamtkonzept zu entwickeln.

Kipke ist Mobilitätsberaterin in Kenia und Tansania. Da sie sich in Nordstetten, wo sie seit zehn Jahren wohnt, als radelnde "Exotin" sieht, möchte sie sich nun vor ihrer Haustür engagieren. Marga Hug, selbst aktive Radfahrerin mußte in den letzten Jahren feststellen, daß sich ihr Geschäft "Fahrrad Hug" zu einer Anlaufstelle für alle Ideen und Anregungen rund ums Rad entwickelt hat. Daher hat sie sich entschlossen, gemeinsam mit Barbara Kipke, beide langjährige ADFC - Mitglieder, die Ortsgruppe zu gründen, um eine Lobby für Radfahrer in Horb zu installieren.

Bei der Gründung anwesend waren auch der Landesvorsitzende des ADFC- Thomas Bauer, sowie der Landesgeschäftsführer, Erich Kimmich. Die beiden gaben Hilfestellung bei der Organisation und Informierten die Anwesenden über den ADFC.

Der Club wurde 1979 in Bremen gegründet und hat heute 97000 Mitglieder, davon 11000 in Baden-Württemberg. In allen 16 Bundesländern unterhält der Verein Landesverbände und 55 Infoläden und Geschäftsstellen, davon vier in Baden-Württemberg. Inklusive Horb hat der Landesverband 38 Ortsgruppen.

Im ADFC kann jeder mitmachen, je nach Eignung, erklärte Kimmich, der seinen Posten seit 1993 innehat. "Wir wollen kein Frauenverein bleiben", ergänzte Hug, um den Anwesenden Ansporn zu geben, beim ADFC mitzuwirken.

Potential war vorhanden an der Gründungsversammlung. Vom engagierten Vater über einen Vertreter der Jungen Union - der allerdings kaum radfährt - bis zum Übungsleiter des AOK - Radtreffs. Auch ein Vertreter des VDC (Verkehrsclub Deutschland) war anwesend. Insgesamt 16 Personen aus dem ganzen Kreisgebiet saßen in der Runde.

Als ersten Schritt möchte sich die Ortsgruppe der Schwachstellen des Verkehrsnetzes für Radfahrer annehmen und sich um die Förderung des Tourismus kümmern. Die Ortsgruppe möchte sich am Dienstag, 25. November, um 20 Uhr wieder im Greifen treffe, um sich zu organisieren und zu überlegen, wie diese Themen angegangen werden können. Alle Interessierten können daran teilnehmen.

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