ADFC Horb - Presse

Fahrradfahrer fordern für sich eine eigene Lobby - Südwest Presse Oktober 1997

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Theurer in der Gründungsversammlung des ADFC - Ortsvereins: Es gibt Alternativen zur Mobilität mit dem Auto

Horb (jb). Horb habe bereits 70 Vereine und doch gebe es noch Bereiche, die nicht berücksichtigt seien, so Oberbürgermeister Michael Theurer in seinem Grußwort anläßlich der Gründungsversammlung der Ortsgruppe Horb des Allgemeinen Deutschen Fahrrad - Clubs (ADFC).

Initiatoren diese Gründungstreffens waren Barbara Grühl - Kipke aus Nordstetten und Maria Hug aus Horb. 15 Radfahrer aus Horb und Umgebung waren der Einladung zu diesem Abend gefolgt. Thomas Bauer, Landesvorsitzender des ADFC, und sein Landesgeschäftsführer Erich Kimmich begrüßten und stellten die Arbeit des Vereins vor.

Die persönliche Anwesenheit von Oberbürgermeister Michael Theurer müsse als sehr positiv gewertet werden. Theurer machte sich Gedanken zur Mobilität. So hätten die Horber Schienentage eine Wende der Bahnpolitik mit sich gebracht. In der Verkehrsdiskussion gehe es jetzt nicht um "entweder oder", sondern um "sowohl als auch". Es gebe Alternativen, so Theurer. Er erinnerte daran, daß zur Erstellung des Verkehrsentwicklungsplanes auch der ADFC und der ADAC eingeladen worden waren.

Den ADFC forderte er jetzt auf, einen "Check" durchzuführen, die Radwege zu testen, einen Praktibilitäts - Test durchzuführen und Schwachstellen aufzuzeigen. Er hoffe, daß der neue Verein auch neue Ideen und Vorschläge bringen werde. Die Erfahrung der letzten Monate zeige, daß der Radtourismus in vielen Stadtteilen an Bedeutung gewinne.

In Abwandlung eines bekannten Werbespruches meinte Theurer, es gehe auch ohne Auto - nicht immer, aber immer öfter. Den Neckarradweg auf der Horber Gemarkung sieht Theurer als gut an, wissend daß sich dieser Richtung Eyach ab Beginn der Nachbargemarkung verschlechtere.

Die Gründung des neuen Vereins im Blick versprach Theurer, daß die Stadtverwaltung Offenheit für Gespräche anbiete, habe sie doch auch Fachleute in ihren Reihen, die sich mit der Verkehrsplanung befaßten. Stolz wies er noch darauf hin, daß auch einige Rathausmitarbeiter jeden Tag mit dem Fahrrad an die Arbeit kommen.

Der ADFC wurde 1979 gegründet und zählt heute bundesweit 97000 Mitglieder, davon allein in Baden-Württemberg 11000. Seine wesentlichen Aufgaben sieht der Verein darin, Anwalt der Alltagsradler zu sein, sich einzusetzen für einen radfahrfreundlichen Verkehr und Fairneß im Straßenverkehr. Er will auch Partner für den Urlaub sein und den Radtourismus fördern. Dazu gehören die Fahrradmitnahme in der Bahn und die Anlegung von Landesfernradwegen.

Auch die Beratung rund ums Fahrrad gehört zu seinen Aufgaben. Die Verbände vor Ort hätten die Aufgabe, sich auch um die örtliche Verkehrspolitik zu kümmern. Kontakte zu der Stadtverwaltung und den Gemeinderäten gehören dazu, die Aufzeigung von Schwachstellen, aber auch das Anbieten von Radtouren.

Thomas Bauer stellte noch erfreut fest, daß, obwohl der ADFC überwiegend ein Männerverein sei, jetzt in Horb mehr Frauen gekommen seien. Bei der Vorstellungsrunde der Anwesenden wurde deutlich, daß es den einen um die Radtouristik geht; andere haben mehr Interesse an der Lösung innerörtlicher Verkehrsprobleme.

Aber auch die Kinder stehen im Blickpunkt. Die Anwesenden wollen zunächst einmal ohne Vorstand weiterarbeiten und bereits am Dienstag, 25. November zu einem weiteren Treffen zusammenkommen.

Erste Aufgaben, sieht man im Verein darin, die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, wie dem BUND, zu suchen, die bestehenden Radwege zu untersuchen und die Radtouristik im Horber Einzugsgebiet zu fördern. Schwachstellen im Bereich der Radwege sollen gesammelt und aufgezeigt werden.

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